Katharina Henking
* 1957 in Winterthur, CH


Katharina Henking

* 1957 in Winterthur, CH

1975-80
Vorkurs und Grafikfachklasse, Schule für Gestaltung, St. Gallen

1982
Sigurd Leeder School of Dance, Herisau

1984
Geburt Tochter Newa

seit 1991
lebt und arbeitet in Winterthur nach langjährigen Aufenthalten in St. Gallen, Ulm (D) und Regensburg (D)

seit 1995/96
regelmässige Arbeiten im Rahmen von "Kunst und Bau" - geladene Wettbewerbe und Direktaufträge; zuletzt (2007) für die Berufsbildungsschule Winterthur: Papierschnittinstallation, ermögl. durch die Heinrich und Frieda Wachter Kunststiftung, Winterthur

seit 1996

Mitglied Künstlergruppe Winterthur

seit 1998

Mitglied visarte

 

Kontakt

www.katharina-henking.ch

Nächste Ausstellung:

Frehner / Henking / Schenker, Oxyd, Winterthur

6.5. bis 29. Juni 2008


Einzelausstellungen (Auswahl ab 1990)

2007   "On the Edge / Am Rande", relate art, Meilen
2006   ArtBox, Thalwil
2004   Galerie Commercio, Zürich
2001   Galerie Repfergasse, Kunstverein Schaffhausen (K)
    Kunsthalle Winterthur (K)
1998   Atelier-Galerie Alexander, Winterthur
1997   Galerie Ursula Rövekamp, Zürich
1995   Kunstraum Konradstrasse 11, Winterthur
1992   Galerie Art Forum, St. Gallen
1990   Galerie Art Forum, St. Gallen (K)

 

Gruppenausstellungen (Auswahl ab 1991)

2007   "Fleischeslust", Kunstmuseum Chur
2007   "Zwischen Zufall und Kalkül", Galerie zum Kreuz, Stiftung Joseph Gnädinger, Ramsen/SH (mit Gregor Frehner)
2006   IG Halle Kunst, Rapperswil (mit Gregor Frehner)
2005   Winterausstellung, Kunstkasten Winterthur
    "Schnitte", Galerie Wengihof, Zürich
2004  

"Double Visions", Kunstverein Oxyd, Winterthur (mit Gregor Frehner)

2003   Dezemberausstellung der Künstlergruppe Winterthur, Kunstmuseum Winterthur
    Mitglieder der Künstlergruppe Winterthur im Schloss Wartenfels
2001   Curry, game and multiple, galerie / Kunstraum modo, Werkhalle Winterthur-Wülflingen
1998  

Joy of Life, Winterthurer Künstler, RW Fine Arts Collection Ltd., Winterthur

1997   Interventionen im Block 37 (Kunststaffel 1), Sulzerareal City, Winterthur
1996   Galerie APEX, Göttingen (D)
    Querbezüge, Kunstraum Konradstrasse, Winterthur
1995   Scherenschnitt-Installation, UBS Winterthur (Aktion vor dem Umbau)
    Zeichen setzen, Galerie ge Marie Louise Wirth, Winterthur
1994   Galerie Meier, La Chaux-de-Fonds (mit Theo Spinnler)
1993   Alte Kaserne, Winterthur
    Dezemberausstellung, Kunstmuseum Winterthur (als Gast der Küsntelrgruppe Winterthur)
1991   Mouvement des Arts Visuels, Monthey

 

Auszeichnungen

1999   Werkbeitrag der Esther-Matossi-Stiftung, Zürich
1997   Kunststipendium des Kantons Zürich
1996   Kunststipendium des kantons Zürich

 

Risiko, Gefahr, Kindheit, zudem der Wunsch nach Respekt, Einsicht und Unversehrtheit spieln in der Arbeit von Katharina Henking eine wichtige Rolle. Ungestörtheit oder Harmonie sind jedoch nicht garantiert. Die Sinne sind, wie häufig auch die Figuren, gespannt; man spürt immer etwas und fühlt sich irgendwie auf der Hut. Die Beobachtung gleitet vom Zentrum an die Ränder: an die Konfrontationslinien. Hier gründet die vielfältige Verwendung der Silhouetten: mittels der Linie oder als flächige Form werden die Figuren aus dem Grund herausgelöst oder in ihm wie in einen leeren Raum gestellt. Die scharfen Kontraste vereinzeln das Individuum; zum Ornament gereiht, verschwindet es im Verbund des Musters. Seltsame, oft extreme Situationen verweisen auf einschneidende, existentielle Erfahrungen. Vom Rand der Form her sucht Katharina Henking mit Schere, Messer, Stift und Brenneisen den Vorstoss zu so allgemeinen wie individuellen Fragen des Daseins.

RL

 

Katharina Henking spannt in ihren Bildern, die Figuration mit formaler Strenge und der Lust am Spiel mit der Form und deren Deutung vereinen, den Bogen zwischen intimer „Nahsicht“ und globaler „Fernsicht“, zwischen Schönheit, Schrecken und Verwunderung. Es finden sich Anspielungen auf politisches Zeitgeschehen und die weltweit vernetzten Vergnügen von Sport und Kultur. Daneben poetische Bildmotive, die romantischen Träumen oder privaten Idyllen entlehnt scheinen.

Aber sie sucht keine rhetorische Gesellschaftskritik. Vielmehr nutzt sie eine diesen Motiven eigene Ausdrucksqualität: Ornamente und alltägliche Motive bis hin zum "süssen" Rehlein signalisieren scheinbar Harmlosigkeit. Doch in der Ornamentalisierung durch Verdopplung und Reihung verwandelt sich das Einzelne, und so scheinen etwa die Silhouetten von Sportlern zu siamesischen Zwillingen zu verwachsen, oder die silhouettierten Figuren mutieren, überzogen von einem Muster kleiner weisser Striche, zu borstigen Gummipuppen oder einem flächendeckenden Code, in dem sich die Grenzen der Einzelfigur beinahe verlieren oder nur noch als Teil einer das ganze Bild bestimmenden Superstruktur existieren.

Katharina Henking entwickelt so alles aus ihrer sehr eigenen Ästhetik heraus. Wiederkehrende Gestaltungsmittel sind die scharfen Kanten der Silhouette, die kühlen, mal duftigen, mal dunstigen Graublaus der Weissübermalungen auf gemaltem Schwarz, Papiere, die durch Leinöl eine durchscheinend-wächserne, zugleich körperliche Präsenz erhalten, Frottagen und dazwischen sparsame Farben – Gelb, Rot – in gebrochenen oder stark aufgehellten Tönen. Durchzeichnungen und Frottagen sowie collagierte Papierschnitt-Teile erweitern das experimentell bestimmte Verfahrens- und Materialreservoir, zu dem auch der glänzende Acryllack zählt, den sie immer malerisch einsetzt. Der Pinselauftrag bleibt sichtbar, die Oberflächen erscheinen unter dem Glanz nicht künstlich glatt und versiegelt, sondern eher noch feucht, dadurch verletzlich und anziehend zugleich.

Das alles stellt die Formen klar heraus und schafft zugleich ruhige, rätselhaft verhaltene Atmosphären, in denen freundlich Träumerisches blitzschnell zum drückenden Alb umschlagen kann und wieder zurück zum ironischen Genuss an der Doppeldeutigkeit von Formen, in der sich die Uneindeutigkeit der Welt abbildet.

Mittels Herauslösen, Fokussieren, Kombinieren, auf den Kopf stellen, Verdoppeln, Umkehren schöpft Katharina Henking aus dem im Tagesgeschehen, in der Bilderflut der Medien verankerten Vorrat ihrer Bildmotive eine vielgestaltige, formal und inhaltlich vernetzte, zu einem eigenen Bildkosmos sich verdichtende Welt, so phantasievoll wie ökonomisch, so spannungsgeladen wie balanciert.

RL

 

 
 
     
"What we need ", 2007. Brandzeich-nung, Bleistift, Sperrholz, 70 x 59,5   "o.T.", 2007. Brandzeichnung, Bleistift, Sperrholz, 70 x 59,5
     
 
 
"Whispering II", begehbare Installation mit Sound, IG Halle Kunst, Rapperswil, 2006. Wachsbeschichtetes Paper, Polyesterseil, Metall . ø 360 cm x 240 cm H, ca. 5400 Einzelelemente
 
 
 
     
"Reise in den Dschungel" (Details), ArtBox, Thalwil, 2006. Mixed Media-Installation, Grösse variabel
 
 
   
         
Aus der Serie "Easy Living", 2004. Gouache auf Seidenpapier, je 29,7 x 21 cm
 
 
     

Papierschnitt-Installation (zwei Detailansichten),Kunstverein Oxyd, Winterthur,

2003

     
     
 
     
 
 
"Figuren", Serie von 12 Zeichnungen, 2004. Acryllack auf leinölgetränkem Bütten, je 106 x 78 cm
 
 
 

"Daily Mirror" ( Atelieraufnahme), 2004. Leinöl und Acryllack auf Papier,

je 42 x 29,7 cm

 
 
   
         
Aus der Serie "Daily Mirror",2004.
 
 
 
     
Papierschnitt- und Sound-Installation (Detail), 2004. Galerie Commercio, Zürich   Papierschnitt- und Sound-Installation (Detail), 2004. Galerie Commercio, Zürich
 
 


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